Ein Hauch von Orient im eigenen Garten: Erfahren Sie, wie Sie durch die richtige Wahl von Möbeln, orientalischen Pflanzen und Dekorationen eine stimmungsvolle Oase schaffen und Ihre Terrasse in einen gemütlichen Rückzugsort verwandeln.
Schritt für Schritt den Garten orientalisch gestalten
Wenn wir unseren Garten orientalisch gestalten möchten, hilft uns ein klarer Plan. Bevor wir Möbel oder orientalische Pflanzen auswählen, überlegen wir, welche Stimmung entstehen soll. Der Orient kann ruhig und zurückhaltend wirken, mit Wasserbecken und Schatten. Er kann aber auch bunt und lebendig erscheinen, mit farbigen Kissen und Lichterketten im Lounge-Stil.
Im ersten Schritt definieren wir Nutzungszonen. Wo steht morgens unser Kaffeestuhl, wo empfangen wir Gäste, wo entsteht ein stiller Rückzugsort zum Lesen oder Meditieren? Aus dieser Aufteilung ergeben sich Sitzgruppen, Liegeflächen und Wege. So schaffen wir klare Sichtachsen, wie wir sie aus klassischen arabischen Gärten kennen.
Anschließend wählen wir ein zentrales Element. Das kann ein niedriger Brunnen, eine große Wasserschale, ein Feuerkorb oder ein markanter Tisch sein. Um dieses Element gruppieren wir die Möbel. So entsteht automatisch Ordnung und ein Fokuspunkt, der an historische arabische Gärten erinnert.
Danach kümmern wir uns um den Rahmen. Mauern, Hecken oder Sichtschutzelemente kombinieren wir mit warmen Farben, Putzstrukturen oder Holz. Selbst ein kleiner Stadthof gewinnt mit einigen Flächen in Ocker, Terrakotta oder Sand schnell einen orientalischen Charakter. Zum Schluss planen wir Licht und Textilien, damit die orientalische Terrasse auch abends ihre Wirkung entfaltet.
Farbkonzepte und Strukturen für einen klaren orientalischen Garten
Farben sind der schnellste Weg, unsere Terrasse in eine stimmige orientalische Bühne zu verwandeln. In der Praxis bewähren sich zwei Grundrichtungen. Entweder bildet eine ruhige, helle Basis aus Beige, Creme, Sand und gebrochenem Weiß den Hintergrund, zu dem wir Akzente in Petrol, Indigo, Smaragd und Dunkelrot setzen. Oder kräftige Erdtöne wie Terrakotta, Rostrot und warmes Braun dominieren und werden mit Gold- und Messingdetails kombiniert.
Wichtig ist, dass wir uns auf wenige Hauptfarben beschränken und diese konsequent wiederholen. So entsteht ein ruhiges Gesamtbild, wie wir es aus vielen arabischen Gärten kennen, in denen sich Farben in Fliesen, Textilien und Pflanzgefäßen wiederholen. Muster dürfen klar sichtbar sein: geometrische Ornamente, Zickzack-Linien, Rauten und Sterne holen das Flair maurischer Innenhöfe auf Terrasse und Balkon und schaffen damit eine Atmosphäre wie in einem kleinen arabischen Garten.
Auch unterschiedliche Strukturen verstärken den orientalischen Eindruck. Glatter Putz neben rauem Naturstein, gekalkte Wände neben dunklem Holz, matte Keramik neben glänzendem Metall schaffen Tiefe, ohne unruhig zu wirken. Auf dem Boden funktionieren großformatige Platten ebenso wie Kiesflächen. Ein Kiesbereich mit eingelassenen Steinplatten erinnert schnell an trockene Höfe in Nordafrika und lässt sich ideal mit niedrigen Sitzkissen und flachen Tischen kombinieren.
Damit das Gesamtbild nicht überladen wirkt, planen wir immer auch ruhige Flächen ein. Glatte Wandstücke, schlichte Töpfe oder eine Zone mit einheitlichem Belag geben dem Auge Pausen. So wirkt der orientalische Garten strukturiert und nicht wie eine zufällige Ansammlung von Deko.
Welche orientalischen Pflanzen passen zu Klima und Boden?
Wenn wir an einen orientalisch oder arabisch inspirierten Garten denken, fallen uns oft zuerst Palmen, Orangenbäume und Bougainvillea ein. Nicht alle typischen orientalischen Pflanzen sind im mitteleuropäischen Klima winterhart. Entscheidend ist daher, was Standort und Boden zulassen. In wärmeren Regionen oder geschützten Innenhöfen funktionieren Feigen, Granatapfelbäume im Kübel, Oliven und winterharte Palmen gut. In kälteren Gegenden setzen wir besser auf mediterrane, trockenheitsverträgliche Arten, die optisch denselben Stil unterstützen.
Lavendel, Olivenweiden, Ziergräser, Salbei und Rosmarin bringen Duft, Struktur und das Gefühl südlicher Gärten. Sie mögen Sonne und eher magere Böden. Ist der Boden schwer und lehmig, mischen wir Sand und Kies bei, damit Wasser besser abläuft. In halbschattigen Bereichen sind Funkien, Farne und blühende Stauden in warmen Farben eine gute Wahl. In dekorativen Töpfen lassen sich diese Pflanzen deutlich orientalisch in Szene setzen.
Hochstämmige Rosen in tiefem Rot oder Violett, kombiniert mit niedrigen weißen Bodendeckern, erinnern an romantische Innenhöfe. Kletterpflanzen wie Kletterhortensien oder Kletterrosen führen wir an Spalieren, Pergolen und Mauern entlang, sodass natürliche Wände entstehen. So schaffen wir das geschützte, intime Gefühl, das wir mit arabischen Gärten verbinden.
Für Kübelpflanzen wählen wir große Gefäße aus Terrakotta, Keramik oder Metall. Sie speichern Wärme, passen optisch zum Thema und lassen sich bei Bedarf auf Rollen verschieben. Dabei ist weniger oft mehr: Statt viele verschiedene Arten zu mischen, setzen wir einige ausgewählte orientalische Pflanzen in größeren Gruppen, damit das Bild ruhiger und klarer wirkt.
Gartenmöbel orientalisch auswählen für funktionale Ruhezonen
Wenn wir unseren Garten orientalisch gestalten möchten, brauchen wir Möbel, die Funktion und Atmosphäre verbinden. Am Anfang steht die Frage nach der Sitzhöhe. Klassische Esstischhöhe eignet sich für Familienessen und Gäste, niedrige Loungemöbel für entspannte Abendstunden. In vielen arabischen Gärten sitzen Menschen näher am Boden, auf Kissen, niedrigen Bänken und Beistelltischen. Dieses Prinzip greifen wir mit Polstern, Teppichen und modularen Elementen auf.
Als Basis wählen wir robuste Gartenmöbel aus Metall, Holz oder pflegeleichtem Geflecht. Diese Gartenmöbel orientalisch zu inszenieren, gelingt uns dann mit Kissen und Decken im Handumdrehen. Dunkle Gestelle harmonieren mit warmen, intensiven Farben, helle Gestelle unterstreichen ein luftiges, helles Konzept. Für kompakte Sitzgruppen ist ein abgestimmtes Gartenmöbel Set praktisch, das wir mit bunten Kissen, Laternen und Tabletts schnell in eine Lounge verwandeln.
Ein frei hängender Hängesessel schafft eine intime Ruhezone, ideal zum Lesen oder leichten Schaukeln. Wenn wir ihn in einer Ecke neben einem großen Topf mit Duftpflanzen platzieren, entsteht ein kleiner Rückzugsort, der an schattige Nischen in orientalischen Innenhöfen erinnert. Für gesellige Runden eignen sich niedrige Gartentische, auf denen Metall- oder Keramiktabletts mit Tee, Wasser und kleinen Snacks ihren Platz finden.
Je nach Fläche kombinieren wir einzelne Gartenstühle mit breiten Kissen und eventuell einer Bank. Langgezogene Bereiche gewinnen durch Gartenbänke, die wir an eine Mauer lehnen und mit vielen Kissen in tiefen Farben ausstatten. Wer Bewegung im Sitzbereich schätzt, plant klassische Hollywoodschaukeln ein. Sie bringen Retro-Charme und, kombiniert mit gemusterten Textilien, eine gemütliche, orientalisch inspirierte Note.
Terrasse orientalisch gestalten mit Licht, Textilien und Akzenten
Ohne Licht und Textilien bleibt selbst die schönste Möblierung kühl. Wenn wir unsere Terrasse orientalisch gestalten wollen, beginnen wir idealerweise mit den Stoffen. Sitzkissen, Bodenkissen, Überwürfe und Outdoor-Teppiche in satten Farben und mit Ornamentmustern schaffen sofort Wärme und Gemütlichkeit. Wichtig sind wetterfeste Materialien oder die Möglichkeit, empfindliche Stoffe bei Regen und über Nacht ins Trockene zu holen.
Die Beleuchtung planen wir mehrstufig. Bodentiefe Laternen, Windlichter und Kerzen auf niedrigen Tischen erzeugen weiches, flackerndes Licht. Ergänzend führen wir Lichterketten an Mauern, Pergolen oder Geländern entlang. Warmweißes Licht wirkt ruhiger und passt besser zum Bild eines orientalischen Gartens als kaltes, bläuliches Licht. In Nischen setzen dekorative Metalllaternen mit ausgestanzten Mustern Akzente und werfen spannende Schatten.
Besondere Akzente setzen wir mit wenigen, bewusst ausgewählten Objekten. Dazu gehören große Keramikschalen, Tabletts aus Messing, bunte Glasflaschen, Mosaiksteine oder gemusterte Fliesen, die wir punktuell einsetzen. Ein kleines Wasserbecken, eine Schale mit Wasser und schwimmenden Blüten oder ein wandhängender Minibrunnen bringen das Element Wasser auch auf kleinste Flächen.
Bei aller Liebe zum Detail bleibt Zurückhaltung wichtig. Besser eine große, markante Laterne als viele kleine. Besser ein aufmerksamkeitsstarkes Wandobjekt als mehrere konkurrierende Dekostücke. So bleibt die Gestaltung klar und unsere eigene Oase wirkt einladend statt überladen.
Wie entsteht eine stimmige Terrasse im orientalischen Stil auf kleinem Raum?
Auch auf wenigen Quadratmetern lässt sich eine Terrasse im orientalischen Stil gestalten. Auf engem Raum lohnt es sich, eher vertikal als horizontal zu denken. Wände, Geländer und Überdachungen werden zu zentralen Flächen für Farbe, Textilien und Beleuchtung. Ein farbiger Anstrich in warmem Ocker oder ein großes, gemustertes Wandtuch bietet den passenden Hintergrund. Klappbare oder stapelbare Möbel halten uns flexibel.
Für Sitzplätze eignet sich eine L-förmige Bank entlang von zwei Wänden, üppig mit Kissen belegt. Davor steht ein kleiner Tisch, den wir leicht verschieben können. Ein oder zwei große Kübelpflanzen reichen oft aus, um ein grünes Gefühl zu erzeugen. Wenn wir unseren Garten orientalisch gestalten möchten, ohne alles umzugestalten, beginnen wir mit einem Teppich, einigen Kissen und Laternen und erweitern das Konzept Schritt für Schritt, bis eine fast schon orientalische Terrasse entsteht.
Auf Balkonen spielt Sichtschutz eine doppelte Rolle. Er schützt nicht nur vor neugierigen Blicken, sondern bildet auch die Bühne für unser Gestaltungskonzept. Bambusmatten, Holzelemente oder Stoffbahnen in warmen Farben machen den Außenbereich intimer. Mit wenigen, gut platzierten Lichterketten, einer kleinen Wasserquelle wie einer Schale mit Kieseln und Wasser und einer klar gewählten Farbpalette kann selbst ein sehr kleiner Balkon wie eine eigene, orientalisch inspirierte Welt wirken.
Schatten, Wasser und Sichtachsen im modernen Gartenkonzept
Ein orientalischer Garten lebt von Gegensätzen. Sonne und Schatten, Wasser und Stein, offene und geschlossene Bereiche ergeben eine spannungsreiche Mischung. Für Schatten sorgen Pergolen, Sonnensegel, Kletterpflanzen oder große Schirme. Unter diesen schattigen Plätzen sollten unsere wichtigsten Sitzbereiche liegen, denn hier halten wir uns im Sommer am längsten auf. Helle Stoffe reflektieren die Wärme und lassen das Licht sanft wirken.
Wasser bildet das Herz vieler arabischer Gärten. Selbst ein kleiner Brunnen, ein leise plätschernder Wasserspeier oder eine schlichte Schale mit Wasser bringt Bewegung und wirkt optisch kühlend. Das Geräusch von Wasser überdeckt Straßenlärm und fördert Entspannung. Wer mehr Platz hat, arbeitet mit schmalen Wasserläufen oder rechteckigen Becken. Sie lassen sich gut in moderne Gartenarchitektur integrieren.
Durchdachte Sichtachsen geben dem Gesamtkonzept Struktur. Wir überlegen, was von Terrasse, Haus oder einem Sitzplatz aus im Blickfeld liegen soll. Idealerweise fällt der Blick auf ein ruhiges, besonderes Element, etwa auf einen Brunnen, eine Skulptur, einen markanten Baum oder eine farbige Wand. Wege und Beläge unterstützen diese Linien und lenken den Blick. So entsteht ein moderner Garten, der die Prinzipien historischer arabischer Gärten aufgreift und dennoch zu unserem Alltag passt.
Wenn wir all diese Bausteine kombinieren, schaffen wir Schritt für Schritt unsere persönliche Oase. Es ist gut möglich, den eigenen Garten orientalisch zu gestalten, ohne ihn komplett neu aufzubauen. Mit ausgewählten Farben, strukturierten Flächen, passenden orientalischen Pflanzen, sorgfältig abgestimmten, Gartenmöbel orientalisch wirkenden Sitzbereichen und bewusst eingesetztem Licht und Wasser verwandeln sich Terrasse oder Hof in einen Ort, an dem wir gern barfuß gehen, lange sitzen und den Alltag für einen Moment vergessen.
Autor: Anna Leitner